Termin

Titel:
Reif für die Insel? 500 Jahre Utopia

Datum / Uhrzeit:
23.11.16 - 29.01.17

Ort:
ULB Düsseldorf


Beschreibung:

Thomas Morusʼ Schrift Utopia ist nicht nur ein bedeutendes Werk der Staatsphilosophie, sondern auch ein Klassiker der Weltliteratur. Ihre Erstveröffentlichung jährt sich 2016 zum 500. Mal. Von der Überzeugung ausgehend, dass grundsätzliche strukturelle Schwierigkeiten einer Gesellschaft nur durch eine umfassende Reform behoben werden können, lässt Morus seine Dialogfigur Raphael Hythlodeus anhand der imaginären Insel Utopia eine alternative Staatskonzeption schildern, die die zuvor bemängelten Missstände und Fehlentwicklungen in den europäischen Staaten vermeidet. Hierbei gelingt dem Autor eine einzigartige, ebenso komplexe wie fantasievolle Kombination von Tradition und Innovation. Da er die prinzipiellen Ursachen sozialer Probleme und Krisen analysiert, gewinnt seine Schrift neben der historischen Relevanz auch zeitlose Aktualität. Viele der von ihm entwickelten Lösungsansätze und Konzepte erweisen sich als überaus fortschrittlich und keineswegs „utopisch“. Sie sind jedoch oftmals ihrer Zeit voraus und erleben ihre Realisierung erst Jahrhunderte später im Rahmen moderner Verfassungen: beispielsweise das Sozialstaatsprinzip, die allgemeine Schulpflicht oder das Grundrecht der Religionsfreiheit. Insofern ist unsere Gesellschaft heute vielleicht tatsächlich „reif“ für viele Errungenschaften der „Insel“ Utopia.

Die Ausstellung präsentiert die Utopia sowohl in ihrem historischen Kontext als auch in ihren vielfältigen Bezügen zur Moderne. Sie entfaltet ein geistesgeschichtliches Panorama des frühen 16. Jahrhunderts, das die für Morusʼ Werk entscheidenden philosophischen, literarischen und historischen Einflüsse dokumentiert; zudem ermöglicht sie eine interaktive Erkundung der utopischen Verfassung. Ein Überblick über die an der HHU bestehende Forschungstradition zu Thomas Morus und seiner wohl berühmtesten Schrift rundet die Ausstellung ab.

Ein Projekt des Instituts für Philosophie der HHU Düsseldorf in Zusammenarbeit mit dem Institut für Anglistik und Amerikanistik der HHU Düsseldorf und der Universitäts- und Landesbibliothek Düsseldorf.

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